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„Kunst als Antrieb” - „Fränkischer Anzeiger Rothenburg” - 29.08.07 

Polnische Bildhauerinnen stellen in der Doerfler-Galerie aus
Kunst als Antrieb

SCHILLINGSFÜRST – Über geschäftliche Verbindungen zum Krakauer Haus in Nürnberg
und zu einer aus Polen stammenden Galeristin, die in Deutschland lebt, kam die Doerfler-Galerie in Schillingsfürst überraschend zu der kleinen Sonderausstellung „Ladies first“.
Immer wieder gelingt es dem ehrenamtlich arbeitenden Museumsleiter Hermann Reyh,
die seit zehn Jahren bestehende Kulturwirkungsstätte mit Ausstellungen und attraktiven Rahmenveranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Vorträge) zu beleben. Sein Bestreben ist es,
über den Tellerrand hinauszuschauen, deshalb bemüht er sich auch um Kontakte ins benachbarte Ausland, wie zuletzt nach Ungarn oder jetzt nach Polen.

Über das Krakauer Haus in Nürnberg, eine Kultureinrichtung, die im Rahmen der Partnerschaft zwischen Nürnberg und Krakau geschaffen wurde und mit Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen und Kinderabenden die deutsch-polnischen Beziehungen fördert, entstand eine Verbindung zwischen Hermann Reyh und der in Krakau und Breslau tätigen Galeristin Anita Bialic. Daraus entwickelte sich die Sonderausstellung „Ladies first“ in der Doerfler-Galerie
mit rund dreißig Skulptuen der vier polnischen Bildhauerinnen Katarzyna Nowak, Pati Dubiel,
Iza Rostworowska und Malgorzata Et-Ber Warlikowska.

Die Künstlerinnen haben an der Kunstakademie in Krakau beziehungsweise Breslau studiert und sind mehrfache Preisträger. Ihre Arbeiten entstanden aus Keramik, Bronze und Glas
und beschäftigen sich mit dem Thema „Mensch“, das sie unterschiedlich umgesetzt haben:
als dralle oder zierliche Körper oder als überdimensionierte Köpfe. „Wir glauben an Träume, Zeichen und Gefühle. Wir haben die Kraft, Leben zu schenken, zu schaffen und zu heilen“, so Katarzyna Nowak. Pati Dubiel hat in ihrer Glaskunst verarbeitet, wie Frauen behandelt werden: liebevoll, sanft, aber manchmal auch brutal, sogar sadistisch, bis an die Schmerzgrenze.
Von Iza Rostworowska stammen die Bronzefigur-Miniaturen: „Weiblichkeit war für mich immer ein Warten, manchmal ein Tanzen.“ Die plakativ gestalteten Keramik-Köpfe von Malgorzata Et-Ber Warlikowska transportieren Botschaften: „Ich weigere mich, bei der Farce um Weiblichkeit mitzumachen, die sich in der polnischen Realität abspielt. Die biologische Weiblichkeit nutze
ich als Batterie und die ideale Weiblichkeit existiert nicht, genau wie der ideale Kerl.“

Einige Plastiken der Skulpturensammlung sind bereits verkauft, freute sich Hermann Reyh
und verwies auch auf die Erfolge der vorangegangenen Ausstellungen, beispielsweise
der Künstlerfamilie Nohl oder des Malers und Zeichners Béla Faragó, deren Werke gefragt waren. Auch auf Landkreis-Ebene war der Museumsleiter erfolgreich. Fünf Gemälde Ludwigs Doerflers, die früher im Schillingsfürster Krankenhaus und dann im Landratsamt Ansbach hingen, bekommt die Doerfler-Galerie als Dauerleihgabe, erzählte er. 
                                                                                                                               sis



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